5 sofort umsetzbare Quick‑Wins, die Ihre Wärmepumpe effizienter machen

Warum kleine Maßnahmen und ein Überblick über die Einsparpotenziale wichtig sind.

Lesedauer: ca. 5 Minuten

Autor: Dipl.-Ing. für Erneuerbare Energiesysteme Felix Hopp

Erdwärmebohrung im Altbau mit kleinstem Bohrgerät

Wärmepumpen sind von Natur aus effizient. Erdwärmepumpen gelten nach wie vor als Spitzenreiter in der Umwandlung von Umweltwärme in Heizwärme. Durch Wärmeentzug und Verdichtung erzeugen Erdwärmepumpen aus 1 Kilowattstunde Strom mindestens 4,5 Kilowattstunden Heizwärme.

 

Die folgenden fünf Quick-Wins lassen sich ohne großen Aufwand umsetzen und sorgen dafür, dass Heizen und Kühlen mit Erdwärme noch sparsamer und komfortabler wird.

1. Richtige Auslegung

Nur wenn die Wärmepumpe korrekt dimensioniert ist, arbeitet sie wirklich effizient. Überdimensionierung kostet unnötig Geld und Energie.

Die meisten Installateure verfügen über keine oder nur wenige Vorerfahrung mit Erdwärmeheizungen. Deshalb verfahren sie bei der Auslegung wie bei Gas- oder Ölheizungen und legen sie prophylaktisch lieber etwas größer als benötigt aus.

Das Problem: Erdwärmepumpen arbeiten effizienter als Gas- oder Ölheizungen. Mit einer Kilowattstunde Strom werden 4-5 Kilowattstunden Wärme erzeugt. Deshalb benötigen sie eine passende Auslegung mit dem Earth Energy Designer (Kurz: EED), einer Spezialsoftware, wie sie bei unserer Angebotserstellung zum Einsatz kommt.

Grafik Prinzip Erdwärme

2. Nachtabsenkung nach Gebäudeart nutzen

Ein Paar Hände

Thermische Trägheit: Wenn Ihr Haus zum Wärmespeicher wird

Die Nachtabsenkung kann Energie sparen. Ob sie sinnvoll ist, hängt jedoch stark von der Bauweise und Dämmung Ihres Hauses ab. Wann ist es aber nicht sinnvoll, die sogenannte Nachtabsenkung anzuwenden?

In thermisch trägen und gut gedämmten Häusern sinkt die Temperatur nachts nur langsam. Der Energiebedarf fürs erneute Aufheizen am Morgen ist daher gering und oft lohnt sich die Nachtabsenkung kaum.

Schlecht isolierte Altbauten oder unsanierte Häuser kühlen nachts schnell aus und können mit weniger Aufwand wieder aufgeheizt werden. In solchen Fällen kann die Nachtabsenkung spürbar Energie und Kosten sparen.

Systeme mit Wärmepumpe und Fußbodenheizung arbeiten träge und benötigen lange Vorlaufzeiten. Die Nachtabsenkung kann hier ineffizient sein: Das schnelle Hochheizen am Morgen kann mehr Energie kosten, als nachts eingespart wird. 

Eine moderate Absenkung der Solltemperatur um etwa 3 bis 4 °C reicht in der Regel aus. Tiefer absenken kann riskant sein und potenziell höhere Aufheizverluste verursachen.

Ob eine Nachtabsenkung sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal sagen, Entscheidend sind die individuellen Gegebenheiten, etwa die thermische Trägheit des Gebäudes.

3. Förderungen aktiv beantragen

Wer jetzt handelt, spart gleich doppelt: durch niedrige Heizkosten und attraktive staatliche Förderungen.

Viele Hausbesitzer greifen beim Heizungstausch auf Förderungen zurück. Fällt die Wahl auf eine Wärmepumpe, unterstützt der Staat besonders gerne. Bis zu 70 Prozent sind drin für Hausbesitzer, die ihr Eigenheim klimafreundlich aufwerten wollen.

Was die wenigsten wissen: Neben der bundesweiten Förderung gibt es außerdem noch Förderungen auf Ebene der Länder. Diese sind in den meisten Fällen mit der Förderung vom Bund kombinierbar. In unserem kostenlosen Artikel haben wir alle aktuellen Programme zusammengefasst.

Familie mit Tablet

4. Hydraulischen Abgleich prüfen

Symbolbild Erdwärme mit Wärmepumpe

Oft unterschätzt, aber entscheidend für die Effizienz: der hydraulische Abgleich. Der hydraulische Abgleich ist eine Optimierung der Heizungsanlage, damit die Wärme im ganzen Gebäude gleichmäßig und effizient verteilt wird. Jeder Heizkörper oder Heizkreis im Haus bekommt genau so viel warmes Wasser, wie er benötigt.

Probleme ohne hydraulischen Abgleich: Heizkörper, die nah am Heizkessel liegen, werden überversorgt, Heizkörper, die weiter entfernt sind, bekommen zu wenig Wärme. 

Ergebnis: Die Pumpe läuft stärker, Vorlauftemperaturen sind höher als nötig, der Energieverbrauch steigt.

Beim hydraulischen Abgleich werden die  Ventile an Heizkörpern oder Fußbodenheizkreisen so eingestellt, dass der Durchfluss des Heizwassers genau zum Wärmebedarf passt. Jeder Raum erreicht gleichmäßig die gewünschte Temperatur, die Anlage läuft mit geringerer Vorlauftemperatur und die Energiekosten sinken.

Den hydraulischen Abgleich sollten Sie immer von Ihrem Heizungsfachbetrieb durchführen lassen.

5. Eigenstrom aus PV kombinieren

Mit Strom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage werden Hausbesitzer unabhängig von Schwankungen am Energiemarkt. Erdwärmepumpen heizen besonders effizient mit einer Jahresarbeitszahl von mindestens 4,5. Die Kombination aus PV und Erdwärmepumpe bietet nicht nur Effizienz, sondern Versorgungssicherheit in einer unsicheren Energiezukunft.

Auch das Kühlen mit Erdwärme erweist sich als besonders energiesparend im Vergleich zu anderen Kühlungsarten, etwa Luftwärme oder Klimaanlage. Bei der Kühlung mit Erdwärme wird nicht die Luft im Haus gekühlt, sondern das Haus selbst thermisch moduliert. Weshalb der kühlende Effekt länger hält und als angenehmer empfunden wird.

Mit diesen fünf Sofortmaßnahmen steigern Sie die Effizienz Ihrer Wärmepumpe, senken Ihre Energiekosten und machen Ihr Zuhause fit für eine nachhaltige Zukunft.

Für eine individuelle Berechnung fragen Sie noch heute unseren kompetenten Innendienst an.

Innendienstmitarbeiter und Umweltingenieur Felix Hopp

Über den Autor

Felix Hopp

Dipl. -Ing. für Erneuerbare Energiesysteme

Nachhaltige Energielösungen beschäftigen Felix Hopp mindestens ebenso lange wie deren praktische Umsetzung. Mit seinem Hintergrundwissen und seiner ausgeprägten Hands-on-Haltung unterstützt der diplomierte Ingenieur für Erneuerbare Energiesysteme (TU Berlin) das Erdwärmebohrer-Team in allen Kundenfragen. 

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